Startseite  | Impressum | Kontakt | Datenschutz
Sie befinden sich hier: Startseite --> ALG II --> Umzug
Umzug

Ein Umzugsantrag ist dann notwendig, wenn die neu zu beziehende Wohnung teurer als die alte Wohnung ist oder man will, dass mit dem Umzug verbundene Kosten übernommen werden. Holt man sich in einem solchen Fall diese Genehmigung nicht ein, kann das (ggf. neue) Jobcenter dauerhaft nur die bisherige Warmmiete zahlen und alle Zusatzleistungen im Zusammenhang mit dem Umzug verweigern. Von daher sollte sehr genau überlegt werden, ob sich der Umzug ohne Genehmigung tatsächlich lohnt und man sich z.B. die Differenz zwischen der Alten und der neuen Warmmiete leisten kann. Zumal Betriebskosten die Eigenschaft haben, ständig zu steigen. Übrigens: auch eventuelle Nachforderungen des Vermieters auf die Betriebskosten werden ohne Umzugsgenehmigung nicht übernommen.

Bei einem erforderlichen Umzug kommen diverse weitere Leistungen in Betracht.

Umzugsgrund Übernahme der Umzugskosten
Erstaustattung doppelte Haushaltsführung



Umzugsgrund

Die einfache Absicht, einfach mal so umziehen, reicht als Grund für eine Genehmigung nicht aus. Oftmals wird daher als Grund des Umzuges angegeben, dass die Wohnung zu klein sei und die neue Miete innerhalb der angemessenen Kosten der Unterkunft liegt. Beide Argumente führen nicht zum Erfolg: zwar gibt es Höchstwerte für die Größe einer Wohnung, aber kein Recht, diese auch voll auszureizen. Lebt also z.B jemand in einer 30 qm großen Wohnung, hat er keinen Anspruch auf eine 50 qm große Wohnung. Eine größere Wohnung würde maximal bei einer neuen Partnerschaft, Heirat oder durch Nachwuchs gewährt werden - bei Nachwuchs aber auch nicht immer. Denn hier argumentieren die Ämter oft damit, dass ein Baby kein eigenes Zimmer benötige. Das gleich gilt auch für die Miete: auch hier besteht kein Anspruch auf Ausreizung der höchstmöglichen angemessen Kosten der Unterkunft.

Gründe für einen erfolgreichen Antrag sind vielmehr beispielsweise
  • Arbeitsaufnahme in einem vom jetzigen Wohnort zu weit entfernten Arbeitsort
  • Arbeitsaufnahme in einem Job mit Schichtdienst und mangelndem öffentlicher Nahverkehr
  • Familienzusammenführung (aber nicht zwingend bei Paaren ohne gemeinsame Kinder)
  • Pflege eines nahen Verwandten an einem anderen Wohnort, sofern mindestens Pflegestufe III besteht
  • akute Gefährdung der Gesundheit (z.B. bei Asbest oder massiven Schimmelbefall)

Im Einzelfall kommen auch weitere Gründe in Frage, die dann zu prüfen sind.

Wir bieten Ihnen fertige Schreiben an das Jobcenter mit folgender Thematik an:
  • Arbeitsaufnahme in einem vom jetzigen Wohnort zu weit entfernten Arbeitsort
  • Arbeitsaufnahme in einem Job mit Schichtdienst und mangelnder öffentlicher Nahverkehr

Die Schreiben finden Sie hier.


Umzugskosten

Liegt eine Umzugsgenehmigung vor, kann die Übernahme der Umzugskosten beantragt werden. Das Amt geht davon aus, dass man dem Umzug selbst mit Hilfe der Familie und Bekannten durchführt und stellt finanzielle Mittel nur für einen Miettransporter zur Verfügung. Dafür sind dem Antrag i.d.R. drei Angebote von Autovermietungen vorzulegen. Oftmals wissen diese Firmen sehr genau, wie hoch das Angebot für das Jobcenter sein darf, daher sollte man durchaus bei der Bitte um ein Angebot erwähnen, dass dieses für das Jobcenter bestimmt ist.

Steht jemand für den Umzug weder die Familie noch Bekannte zur Verfügung, kann auch die Beauftragung einer Umzugsfirma beantragt werden, über das dann das Amt im Einzelfall entscheidet. Auch hier gilt das eben geschriebene mit den drei Angeboten.

Wichtig: der Antrag auf Übernahme der Umzugskosten muss zwingend VOR dem Umzug beantragt werden, da man andernfalls auf seine Kosten sitzen bleibt.

Wir bieten Ihnen fertige Schreiben an das Jobcenter mit folgender Thematik an:
  • Antrag auf Übernahme eines Miettransporters für den Umzug
  • Antrag auf Übernahme der Kosten für eine Umzugsfirma

Die Schreiben finden Sie hier.



Erstausstattung

Ein Umzug allein begründet keinen Anspruch auf eine Erstausstattung. Wohnte man beispielsweise bisher in einer Wohnung mit einer Einbauküche (die man nicht mitnehmen kann), begründet dies nicht einen Antrag auf Kauf einer solchen Küche für die neue Wohnung.

Eine Erstausstattung kommt in der Regel dann in Betracht, wenn jemand die Umzugsgenehmigung bekommen hat und 
  • das erste Mal von den Eltern auszieht
  • bei Scheidung 
  • bei Trennung vom (langjährigen!) Partner

Im Einzelfall kommen auch weitere Gründe in Frage, die dann zu prüfen sind

Jede Kommune legt in Eigenverantwortung fest, wie die Erstausstattung gewährt wird. Dies sind i.d.R.

  • Barauszahlung einer Pauschale oder
  • Barauszahlung nach einer entsprechenden Bedarfsliste oder
  • Gutscheine für ein Sozialkaufhaus oder ähnliche gemeinnützige Einrichtungen.
Eine Wahlmöglichkeit gibt es nicht. Auch kann man nicht darauf bestehen, nur Neuware zu erhalten - man muss sich auch mit gebrauchten Möbel und Geräten zufrieden geben.

Dem Antrag sollte unabhängig von der Art der Gewährung eine entsprechende Bedarfsliste beigefügt werden, die sich bei allen unten von uns angebotenen Formularen mit befindet.

Wir bieten Ihnen fertige Schreiben an das Jobcenter mit folgender Thematik an:
  • Antrag auf Erstausstattung mit Bedarfsliste bei erstmaligen Auszug von den Eltern
  • Antrag auf Erstausstattung mit Bedarfsliste bei Scheidung
  • Antrag auf Erstausstattung mit Bedarfsliste bei Trennung von (langjährigem) Partner

Die Schreiben finden Sie hier.



doppelte Haushaltsführung

Oftmals gibt es Probleme bei einem Umzug mit der doppelten Haushaltsführung. Gelingt es nicht, die alte Wohnung so zu kündigen, dass man nahtlos in die neue Wohnung ziehen kann, können Mietkosten für die alte und gleichzeitig für die neue Wohnung entstehen. Diese doppelte Miete wird in der Regel nicht vom Jobcenter übernommen. Ausnahmen sind dabei nur möglich, wenn
  • sich überraschend eine dauerhafte Arbeitsgelegenheit ergeben hat, mit der man seinen Lebensunterhalt selbst finanzieren kann (also nicht Aufstocker bleibt)
  • eine akute und nachweisbare Gefahrenlage ergeben hat, die einen sofortigen Auszug erforderlich macht (z.B. massives Stalking, versuchte Zwangsverheiratung usw.).

Alle anderen Gründe sind im Einzelfall zu prüfen, wobei die Erfolgsaussichten recht gering sind.